Frei(T)Räume

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Frei(T)Räume Erleben

Wege in einen demokratischen Alltag

Das Modellprojekt "Frei(T)Räume Erleben. Wege in einen demokratischen Alltag" möchte an der Schnittstelle zwischen (Jugend)Haftanstalt(en) und belasteten Sozialräumen in Sachsen-Anhalt neue pädagogische Interventionsformate entwickeln, erproben und wissenschaftlich erörtern lassen, die auf unterschiedlichen Ebenen Einfluss auf rechtsextreme Radikalisierungsprozesse nehmen, diese unterbrechen und im günstigsten Fall unterbinden.

Dazu sollen in Haftanstalten sowie mit verschiedenen Einrichtungen in ausgewählten Sozialräumen langfristige Trainings und pädagogische Interventionsformate für Jugendliche bzw. junge Erwachsene zwischen 12 und 24 Jahren entwickelt werden. Zielgruppe des Projektes sind männliche und weibliche Jugendliche und junge Erwachsene, die dabei sind, sich zu radikalisieren und verschiedene Merkmale demokratie- und menschenfeindlicher Einstellungen und Haltungen (GMF) entwickelt haben oder gerade entwickeln. Darüber hinaus wird "Frei(T)räume Erleben" bei Bedarf Pädagog_innen und Multiplikator_innen aus den Sozialräumen in ihrer Arbeit und in ihrem Umgang mit der Zielgruppen unterstützen. Uns geht es dabei um ein bewusstes, konzeptionell angelegtes Entgegenwirken hegemonialer Bestrebungen, um Stärkung demokratischer, menschenrechtsorientierter Positionen sowie um Handlungssicherheit.

"Frei(T)räume Erleben" versteht sich als ein bedarfs- und ressourcenorientiertes, lebensweltbezogenes Projekt, welches mit verschränkten Ansätzen und Methoden langfristig und multimethodisch arbeitet. Zur kritischen Reflexion der eigenen Einstellungen, Haltungen und Situation soll angeregt, Empathie befördert, Perspektivwechsel ermöglicht und alternative positiv besetzte Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht werden. Dazu werden verschiedene Bildungs- und Interventionsformate entwickelt und durchgeführt, die bei der Zielgruppe eine Stärkung der Ambiguitätstoleranz und Dialogkompetenz bewirken und ferner auf eine Immunisierung gegenüber rechtsextremen Eindeutigkeitsangeboten zielen. Sozialraumbezogen möchte das Projekt unter Einbeziehung relevanter Akteure Impulse zur Veränderung des sozialen Klimas setzen. Eine geschlechterreflektierende Herangehensweisen bildet dabei eine handlungsleitende Klammer in der Projektarbeit.

Kernpunkte der Arbeit im Strafvollzug sollen kontinuierliche, mehrmonatige, modulare Trainings mit einer festen Teilnehmergruppe sein, die das Instrument einer kleinen und überschaubaren Gruppe nutzen. In ihnen wird sowohl die kognitive als auch die affektive Auseinandersetzung mit der Thematik angestrebt. Methodisch ganzheitlich, lebensweltlich und multiperspektivisch kommen auch kultur- und theaterpädagogische Methoden, Biografie-Arbeit, Methoden der Menschenrechts- und politischen Bildung nach Bedarfen der Teilnehmenden zum Einsatz.

Eine Radikalisierung beginnt selten zuerst in der Haftanstalt, sondern zumeist "draußen", in belasteten Sozialräumen, in Peergroups, in den Familien. Von einigen Fällen wissen wir, dass das Fehlen weiterer kontinuierlicher unterstützender (und den Jugendlichen bekannter Angebote) zu Stagnation oder Abbrüchen der beginnenden Distanzierung und zur Rückkehr zu den "alten Kumpels" führte. Daher wird sowohl eine Zusammenarbeit und Netzwerkarbeit mit Projekten der Straffälligen-, und Bewährungshilfe in Modellregionen angestrebt, als auch eine enge Kooperation mit der JugendSozial(hilfe)arbeit und weiteren Einrichtungen und Fachkräften im Sozialraum. Parallel und ergänzend dazu werden längerfristige, kontinuierliche Projekte mit Jugendlichen zur Erprobung von verschiedenen pädagogischen Interventionsformaten durchgeführt. Ziel soll es auch hier sein, Radikalisierungstendenzen zurückzudrängen oder zu unterbrechen. Die pädagogischen Angebote und Interventionen sollen die Gelegenheit bieten, sich kreativ, konstruktiv und kritisch mit Vorstellungen und Ansichten von Ungleichwertigkeit, normierenden (Geschlechter)Stereotypen und weiteren Einstellungen von "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" auseinanderzusetzen. Einstellungen und Verhaltensweisen sollen von den teilnehmenden Jugendlichen hinterfragt und verändert werden. Wichtig ist uns dabei neben der kritische Reflexion die Schaffung von (Frei)Räumen, Veränderungsideen im geschützten Raum zu erproben und zu festigen – und in den Sozialraum hinaus zu tragen.

Zur Unterstützung der Arbeit des Modellprojektes "Frei(T)räume Erleben" wird ein wissenschaftlicher Beirat installiert, der die Gelegenheit bietet, die Ansätze und Überlegungen des Modellprojektes aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchtet und andererseits die bestehenden vielfältigen wissenschaftlichen Expertisen in die weitere Arbeit einfließen zu lassen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Erkenntnisse gelingender Praxis direkt den Weg in Forschung und Lehre finden.

Haben Sie Anregungen, Nachfragen, eigene Projektideen oder Kooperationswünsche – rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Kontakt


Frei(T)Räume Erleben
Miteinander e.V.
Platanenstr. 9
06114 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 2266450
Mail: freitraeume[ät]miteinander-ev.de

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie durch das Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt .





Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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