Geschichte und Erinnerung

Historische Bildung in Zeiten politischer Polarisierung

 

Gerade in einer politisch brisanten Zeit wie heute, da die Erinnerung an den Holocaust (nicht nur) von rechten Kräften umdefiniert wird und wir eine Zunahme von Antisemitismus und Verschwörungstheorien als Destabilisierungskräfte von Demokratie sehen, bedarf es ein genaues Verständnis von Inhalten, Ansätzen und Methoden, historische Bildung als einen nachhaltigen und aktivierenden Moment für die Teilnehmenden zu gestalten. Welche Grenzen und Möglichkeiten sich hierbei für die Bildungsarbeit insbesondere in ländlichen Räumen ergeben, soll im Workshop diskutiert werden.

 

Geschichtsmythen der extremen Rechten

 

Immer wieder nimmt die extreme Rechte Gedenk- und Jahrestage zum Anlass, ihre Version der deutschen Geschichte mittels martialischer Aufmärsche auf die Straße zu tragen und damit die Öffentlichkeit an solchen Tagen zu dominieren. Die extreme Rechte kann dabei auf eine Vielzahl weit verbreiteter Mythen und Legenden insbesondere in Bezug auf die Geschichte der NS-Zeit zurückgreifen. Solche Mythen betreffen z.B. die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs (Legende von der sauberen Wehrmacht, Verleugnung des Holocausts, Rede vom Bombenholocaust, Legende vom Verteidigungskrieg gegen den Bolschewismus), die unmittelbare Nachkriegszeit (Flucht, Vertreibung und Besatzungsmächte) oder die Sozialpolitik der Nationalsozialisten. Die Fortbildung geht auf diese Mythen eingehen und diskutierte Handlungsoptionen für die Auseinandersetzung.

 

Krieg und Erinnerung. Ein thematischer Stadtrundgang durch die Geschichte und Gegenwart Magdeburgs

 

Der thematische Stadtrundgang verweist auf die historischen Brüche und deren sichtbare Folgen in der Topographie Magdeburgs. Er zeigt die städtebaulichen Inszenierungen von Erinnerung und reflektiert den Wandel in der Gedenkkultur. Zugleich wird die Erzählung vom Verlust mit dem Blick auf die Opfer des Nationalsozialismus in Magdeburg erweitert. Dabei wird u.a. der Frage nachgegangen, wie sich das Gedenken an Personen und Ereignisse mit Orten verbinden lässt, wenn authentische Orte nicht mehr vorhanden bzw. diese nicht Teil der öffentlich wahrnehmbaren Erinnerungslandschaft sind.