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22.09.2014

"Leben in der Wohnungslosigkeit"

Podiumsdiskussion anlässlich des 20. Todesjahres von Eberhart Tennstedt

Datum: 24.09.2014
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Dachverein Reichenstraße e.V., Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg

Am 5. Mai 1994 wurde der wohnungslose 43-jährige Eberhart Tennstedt in Quedlinburg an der Stumpfsburger Brücke von drei rechten jungen Männern in die Bode getrieben und ertrank. Sie wollten ihre Stadt "pennerfrei machen". 20 Jahre später ist über ihn als Person kaum etwas bekannt und auch ein öffentliches Gedenken vor Ort findet nicht statt. Dies wollen die Veranstalter_innen, der Dachverein Reichenstraße e.V. und unsere Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt, ändern und erste Ideen gemeinsam weiterentwickeln.

Das Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, ist für Menschen, die in der Obdachlosigkeit leben, extrem hoch. Sei es durch Angriffe von Personen aus dem sozialen Umfeld als auch durch Angriffe von Gruppen oder Einzelnen, die sich für "besser" halten und Obdachlose verachten. Bei mindestens vier der 13 Todesopfer rechter Gewalt, die die Mobile Opferberatung in Sachsen-Anhalt seit 1990 zählt, war eine solche Verachtung Tatmotiv. Über das Leben der Opfer ist oft wenig bekannt.

Wohnungs- und obdachlose Menschen werden von der Gesellschaft ausgegrenzt und die Diskriminierungen und Gewalt, der sie nahezu täglich ausgesetzt sind, nicht wahrgenommen. Gleichzeitig existiert ein großes Unwissen über das Leben von Wohnungslosen. Der Alltag in der Wohnungslosigkeit, deren Ursachen und Wege heraus sowie Formen und Ausmaß der Ablehnung wohnungsloser Menschen und der Gewalt gegen sie sind die Themen der Podiumsdiskussion.

Podiumsgäste:
  • Benjamin Giffhorn – Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.
  • Lucius Teidelbaum – Fachjournalist zum Thema "Gewalt gegen Wohnungslose"
  • Kai-Gerrit Bädje – Geschäftsführer AWO Kreisverband Harz
Moderation: Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt

Im Anschluss werden der Dachverein Reichenstraße und die Mobile Opferberatung die Kampagne "Wir erinnern an Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt" vorstellen. Gemeinsam sollen erste Ideen für ein öffentliches Gedenken vor Ort an Eberhart Tennstedt weiterentwickelt werden.


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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