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02.10.2013

Re:Visited - Rassismus in Deutschland

Vom Alltag als Flüchtling und von Todesopfer rechter Gewalt

Miteinander e.V. zeigt am 3. Oktober 2013 ab 19 Uhr den Film „Revision“ mit anschließender Podiumsdiskussion im „Zazie Kino & Bar“ (Kleine Ullrichstraße 22, Halle/ Saale).

Angesichts der aktuellen Proteste gegen Flüchtlinge in Deutschland fühlen sich viele Beobachter_innen an die Zeit vor 20 Jahren erinnert, als die rassistische Stimmung im Land regelmäßig zu Brandanschlägen und Morden führte. Wir wollen an diesem Abend auf eine Spurensuche gehen, die uns vom Jahr 1992 bis in die Gegenwart führt.

Es geht um den Mord an zwei Rumänen in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern, um den Umgang mit Todesopfern rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt und um die aktuelle Situation von Flüchtlingen. Es geht aber auch um Anerkennung: Wie kann es gelingen rechte Gewalt sichtbar zu machen, und wie wehren sich Flüchtlinge gegen die Drangsalierung durch Behörden und Asylgesetzgebung?

Der Film

Ein Dokumentarfilm wird zur filmischen REVISION. Er rekonstruiert die Umstände, die 1992 zum Tod zweier Männer auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze führten. Mit zunehmend beklemmender Dichte webt der Film ein Netz aus Landschaft und Erinnerung, Zeugenaussagen, Akten und Ermittlungen.

Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“

In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat.

Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.

Das Podium

  • Merle Kröger – Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Filmemacherin und Produzentin von Revision
  • Malte Fröhlich, Maria Kindling - Studierende der Dokumentarfilmklasse PMMC Werkleitz; arbeiten momentan an einem dokumentarischen Kurzfilm über das Leben der Flüchtlinge in Vockerode
  • Toure' Dramane - Flüchtlingsaktivist, seit 15 Jahren auf Duldung in Deutschland
  • Zissi Sauermann – Projektleitung Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt bei Miteinander e.V., Mitinitiatorin der Kampagne „Würdiges Gedenken für alle Todesopfer rechter Gewalt“
Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt im Rahmen des Bundesprogramms “TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“.

Ausschlussklausel: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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