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10.09.2012

Rosa, Blau, Braun

Fachtag zu geschlechtsreflektierender Präventionsarbeit

In der Auseinandersetzung mit neonazistischen Einstellungen und Handlungen gerät die Frage des Geschlechts oft aus dem Blick. Wenn überhaupt, werden rassistisch oder neonazistisch motivierte Gewaltakte als Taten von jungen Männern wahrgenommen.

Neonazistische Szenen sprechen Jugendliche aber nicht als geschlechtslose Wesen an. Frauen und Mädchen wirken in neonazistischen Zusammenhängen und rechtsoffenen Jugendszenen. Sie übernehmen hier Aufgaben und finden ihre individuelle Perspektive als politische Aktivistin oder als fürsorgende Mutter und treue Gefährtin. Jungen und junge Männer können durch Lobpreisen von Körperkraft, Arbeit, Schmerzresistenz und Opferbereitschaft ihre Männlichkeit betonen.

Diese geschlechtlichen Identitäten sind mit Diskriminierungen und Abwertungen Anderer verknüpft. Die Geschlechterbilder sind dabei erweiterbar, sofern der Rahmen der "Volksgemeinschaft" nicht verlassen wird.

Fragen nach der eigenen (geschlechtlichen) Verortung stehen für Jugendliche im Vordergrund. Genderaspekte, also das, was in einer Gesellschaft als typisch weiblich oder männlich angesehen wird, können eine wesentliche Rolle bei der Ausprägung neonazistischer Orientierungen und menschenfeindlicher Einstellungen spielen.

Auf dem Fachtag kommen geschlechtsspezifische Anfälligkeitsfaktoren und auch Distanzierungsprozesse von der neonazistischen Szene zur Sprache. Damit wird die Frage gestellt, welche Potentiale und Handlungsmöglichkeiten in einer geschlechterreflektierenden Präventions- und Interventionsarbeit liegen.

Zielgruppe der Veranstaltung sind pädagogische Mitarbeiter_innen der Jugendhilfe sowie der politischen Bildungsarbeit und weitere Interessierte. Die Tagung wird durch das LISA Sachsen-Anhalt als Lehrer_innenfortbildung anerkannt.

Veranstalter des Fachtages sind das Modellprojekt RollenWechsel bei Miteinander e.V. sowie das Projekt "Mut vor Ort" der  AGJF Sachsen e.V..

Die Anmeldung ist bis zum 1. Oktober hier möglich.

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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