Nach den rechten Angriffen in der Nacht zum Sonntag in Magdeburg

Miteinander e.V. verweist auf den rechten Hintergrund der tatverdächtigen Hooligans und erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen

Nach Medienberichten kam es in der vergangenen Nacht in Magdeburg zu massiven rassistisch motivierten Übergriffen in einer Diskothek und am Hauptbahnhof. Daran soll eine Gruppe rechter Hooligans aus dem Jerichower Land beteiligt gewesen sein. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um den einschlägig bekannten Neonazi Dennis Wesemann aus Stresow und sein neonazistisches Umfeld handeln. Miteinander e.V. verurteilt die rechte Gewalt und erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen: „Auch im neuen Jahr ist Sachsen-Anhalt mit rechts und rassistisch motivierten Gewalttaten konfrontiert.“, erklärte Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins am Sonntag in Magdeburg. „Rechtsextremismus und Rassismus bleiben eine gesellschaftliche Herausforderung. Den Betroffenen der rechten Übergriffe gilt unsere Solidarität und Unterstützung.“

Mit Blick auf die tatverdächtige Hooligangruppe um Dennis Wesemann ergänzte Begrich: „Nicht erst seit dem Hogesa-Aufmarsch in Köln gibt es eine deutliche Schnittmenge zwischen Hooligans, Neonazis und rechter Gewalt. Nicht zum ersten Mal traten Wesemann und seine Kumpane mit Drohungen und Gewalttaten in Erscheinung.“

Wesemann war im Sommer 2014 als Kandidat für die Wahl zum Ortsbürgermeister des Ortschaftsrates Stresow angetreten und hatte seine Kandidatur erst auf massiven öffentlichen Druck hin zurückgezogen. Wesemann hatte gegenüber dem Ortschaftsrat mehrfach beteuert, er habe mit seiner gewalttätigen neonazistischen Vergangenheit abgeschlossen. Daran gab es seitens des Vereins Miteinander mehrfach begründete Zweifel. So hatte Wesemann versucht, Mitglieder des Ortschaftsrates, die seine Wahl nicht unterstützten, einzuschüchtern und unter Druck zu setzen.

„Sollte sich der Verdacht einer Beteiligung Wesemanns an den rechten Angriffen vom Wochenende bestätigen“, so Begrich weiter, „fordern wir seinen unverzüglichen Rücktritt als Mitglied des Ortschaftsrates in Stresow.“