Vernunft des Herzens

Jüdisch-deutsch-muslimische Kulturkontakte zwischen Galizien, Schlesien und der Region Magdeburg

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ referiert Dr. Mieste Hotopp-Riecke über die „Vernunft des Herzens. Jüdisch-deutsch-muslimische Kulturkontakte zwischen Galizien, Schlesien und der Region Magdeburg“. Die Veranstaltung in Kooperation mit dem ICATAT e.V. und der LKJ Sachsen-Anhalt e.V. findet am Mittwoch, den 30. Oktober, um 18 Uhr im Roncalli-Haus Magdeburg statt. Sie wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

Zuvor bietet sich letztmalig die Gelegenheit, die Ausstellung des United States Holocuat Memorial Museum im Landtag von Sachsen-Anhalt zu sehen. Um 16.30 Uhr bieten wir hierzu eine öffentliche Führung an.

Das 20. Jahrhundert als das Jahrhundert der Genozide und Vertreibungen scheint in den aufgeregten Debatten um den Islam in Europa, um die Nahost-Konflikte und um die neu erwachenden Nationalismen seine Fortsetzung in der Gegenwart zu finden. Doch ein Blick in die diversen jüdisch-deutsch-muslimischen Kulturkontakte von der Zwischenkriegszeit bis zur Blockkonfrontation nach 1945 illustriert, dass ein Miteinander der Neugier, der Achtung und des Respekts möglich war – selbst in Zeiten von Krieg, Nationalsozialismus und Holocaust. Der Turkologe und Islamwissenschaftler Mieste Hotopp-Riecke nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise zwischen Lemberg, Schlesien und der Region Magdeburg auf den Spuren deutscher Imame, tatarischer Kommunisten und Muslimen in der Wehrmacht. Der Vortrag wirbt zugleich für ein konstruktives Miteinander im 21. Jahrhundert.