Rollenwechsel (2011-2014)

Geschlechterreflektierende Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen

Exemplarisch konzipierte RollenWechsel mit der Zielgruppe rechtsaffine und rechtsextrem orientierte Jugendliche längere Projekte, die sowohl die geschlechtsspezifische Sozialisation als auch die Identität(ssuche) von Jugendlichen kritisch einbeziehen, sich mit rechten und demokratiefeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen auseinandersetzen sowie den Sozialraum der Teilnehmenden berücksichtigen. Diese Projekte wurden insbesondere im (außer)schulischen Bereich einer Sekundar- und einer Förderschule, in einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie in einer Jugendhaftanstalt erprobt und weiterentwickelt.

Methodisch vielfältig wurden kultur-, musik-, und theaterpädagogische Elemente mit Ansätzen der Demokratie-und Menschenrechtsbildung verknüpft. Körperarbeit wurde mit historisch-politischer Bildung und Biografiearbeit verbunden. Die geschlechterreflektierende Herangehensweise bildete dabei eine Querschnittsaufgabe. RollenWechsel wollte Impulse für eine Auseinandersetzung mit den Themen Rechtsextremismus und Gender geben. Daher wurden bewährte Ansätze in Fortbildungen an Praktiker_innen weitergegeben, die bei der Implementierung eigener Projektideen Beratung, Unterstützung und Begleitung bekamen. Im Modellprojekt standen insbesondere folgende Fragen im Mittelpunkt:

Welche Rolle spielen geschlechtsspezifische Motive bei Ein- und Ausstiegsprozessen in und aus rechtsextremen Szenen und Orientierungszusammenhängen?
Welche Rolle kommt dabei Geschlechterstereotypen und -identitäten zu?

Welche Potentiale und Handlungsmöglichkeiten liegen in einer geschlechterreflektierenden Präventions- und Interventionsarbeit, und wie lassen sich Genderaspekte in der pädagogischen Arbeit wirkungsvoll thematisieren?

Gibt es geschlechtsspezifische oder geschlechterreflektierende Schutzfaktoren, die einer Hinwendung zu rechtsorientiertem Gedankengut entgegen wirken?

Das Modellprojekt „RollenWechsel“ wurd gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ und durch Mittel des Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt.