Interkulturelle und antirassistische Bildungsarbeit

Projekterfahrungen und theoretische Beiträge

Hrsg.: Wolfram Stender, Georg Rohde, Thomas Weber, Brandes & Apsel Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 2003, ISBN 3-86099-317-8

Seit der Rechtsextremismusdebatte vom Sommer 2000 ist vieles in Bewegung geraten: Staatliche Programme gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit wurden aufgelegt, eine Palette von Projekten mit ganz unterschiedlichen Ansätzen ist entstanden. Nach zwei Jahren breiter Förderung stellt sich die Frage nach der Qualität, nach den Grenzen und den Perspektiven antirassistischer und interkultureller Pädagogik. Können die Konzepte die in sie gesetzten Erwartungen einlösen? Sind die verwendeten Methoden und Verfahren den Zielen angemessen und auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnitten?

In diesem Band diskutieren Praktiker/innen aus den neuen Bundesländern mit namhaften Wissenschaftler/innen über die Angemessenheit der interkulturellen und antirassistischen Bildungskonzepte im Hinblick auf Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Wo setzt die Kritik der Wissenschaft an der Praxis an? Wo widerlegt die Praxis wissenschaftliche Positionen? Was hat sich in der Praxis bewährt? Welche Fehler können vermieden werden? Ein enormes Spannungsverhältnis zwischen theoretischer Reflexion und praktischen Versuchen wird sichtbar. Bestimmend ist dabei die Kontroverse zwischen antirassistischer und interkultureller Pädagogik. Es zeichnen sich in den Beiträgen des Bandes aber auch Linien einer produktiven Annäherung und Zusammenführung beider Perspektiven ab.