Rechtsextreme Jugendkultur und Gewalt

Eine Herausforderung für die pädagogische Praxis

Hrsg.: Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. und Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Verfasser: Michael Kohlstruck, Metropol, Berlin 2002, ISBN: 3-932482-76-X

Das gesellschaftliche Problem rechtsextremer Jugendkultur bildet in erster Linie für Lehrerinnen und Lehrer, in der Jugendsozialarbeit Tätige, aber auch für die politische Bildung, für Politik und Verwaltung, für alle Bürger eine Herausforderung, der begegnet werden muss. Repressive Prävention ist wenig erfolgversprechend, Ignorieren beschädigt und untergräbt den demokratischen Konsens.

Es gibt keine schnellen Patentrezepte, mit denen rechtsextremen Reaktionsformen begegnet und junge Rechte ‚geheilt’ und zu Toleranz und demokratischem Verhalten bekehrt werden können. Beharrliche Überzeugungsarbeit in Schule und politischer Bildung, zuallererst und begleitend natürlich im Elternhaus, ist bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ein ebenso wichtiges Element wie die Stärkung einer demokratischen Kultur in allen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu bedarf es nach wie vor Grundlageninformationen und einer wissenschaftlichen Durchdringung der pädagogischen Praxis und der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit.

Die Broschüre bietet, ausgehend von Begriffsdefinitionen und der Beschreibung rechtsextremer Phänomene im Land Sachsen-Anhalt sowie der Analyse fremdenfeindlicher Gewaltbereitschaft und Gewalttätigkeit, einen Überblick über rechtsextreme Jugendkultur, ihre Erscheinungsformen, Feindbilder, Selbstdarstellung und die Rolle der Medien für die rechte Jugendszene. Auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand möchte sie damit einen Beitrag für die pädagogische und soziale Praxis leisten.