Geschichte begreifen – für die Zukunft handeln

Vortrag von Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Am Dienstag, den 10. September 2019 um 19 Uhr referiert Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, im Rathaussaal der Hansestadt Gardelegen über die Bedeutung der Gedenkstättenarbeit für die Ausgestaltung und Bewahrung einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ des United States Holocaust Memorial Museum, die wir vom 3. bis 27. September 2019 in der Bibliothek Gardelegen präsentieren. Ausstellung und Begleitprogramm werden von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

Weltweit beneiden viele Menschen die Deutschen für ihre Erinnerungskultur. Doch diese ist vielfach in Ritualen erstarrt. An die Stelle kritischer Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen der Verbrechen ist die Rede von der »Erinnerung« getreten. Werden der damit verbundene Pathos, die moralischen Appelle und der lediglich auf die Opfer gerichtete Blick den Fragen nach den Ursachen, der Funktionsweise und Mitmachbereitschaft in der nationalsozialistischen Gesellschaft aber auch gerecht? Angesichts von zunehmenden Ausgrenzungen in der Gesellschaft ist die Bedeutung von Gedenkstättenarbeit aktueller denn je.