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Geschlechterreflektierende Pädagogik und Rechtsextremismusprävention

In unserem gemeinsamen Workshop mit dem Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V. am 5. Mai 2022 werfen wir einen Blick auf Geschlechterrollen in rechtsextremer Ideologie und Lebenswelt, auf Vorstellungen von Volk, Familie und Erziehung und antifeministische Erscheinungsformen. Anhand von Übungen diskutieren wir die Bedeutung geschlechterreflektierender Ansätze in der pädagogischen Arbeit. Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Mädchen*- und Jungen*arbeit, Schulsozialarbeit, Beratungsarbeit, Studierende sowie Interessierte.

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Sven Liebich: Ein rechtsextremer Bewegungsunternehmer

Gestern wurden auf Betreiben der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg die Wohn- und Geschäftsräume von Sven Liebich im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die „Shirtzshop GmbH“ in Halle/Saale durchsucht. Dem einschlägig vorbestraften Rechtsextremen und einer weiteren Person werden die gewerbsmäßige Verbreitung volksverhetzender Inhalte sowie die „Belohnung und Billigung von Straftaten“ vorgeworfen. „In diesem Verfahren [wird] erstmals in Sachsen-Anhalt wegen des Betreibens einer kriminellen Handelsplattform im Internet (§127 StGB) ermittelt“ (gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft und des LKA Sachsen-Anhalt).

Sven Liebich ist seit weit mehr als 20 Jahren ein zentraler Akteur neonazistischer Propaganda mit bundesweiter Bedeutung. Seine vielfältigen Merchandising-Produkte spiegeln dabei die jeweils aktuellen rechtsextremen und verschwörungsideologischen Kampagnen. Die von ihm verwendeten Bilder und Symbole paraphrasieren Antisemitismus und Rassismus oft bis an die Grenze der Strafbarkeit und darüber hinaus. In unserem neuesten Blog-Beitrag beleuchten wir die Hintergründe seines rechtsextremen Geschäftsmodells.

Wir suchen Verstärkung für die Mobile Opferberatung

Die Mobile Opferberatung unterstützt und berät Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Sie arbeitet kostenlos, parteilich im Sinne der Betroffenen und unabhängig von Behörden. Wir suchen ab dem 15.05.2022 zur Verstärkung unseres Teams in der Anlaufstelle Mitte ein*e Mitarbeiter*in. Es handelt sich um eine Teilzeitstelle (30 Stunden/ Woche). Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TV-L EG 10. Der Arbeitsort ist Magdeburg.  Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte bis zum 30.04.2022 ausschließlich per E-Mail an: bewerbung@miteinander-ev.de.

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Gedenken an die deportierten Jüdinnen:Juden

Gedenkplatte vor dem Hauptbahnhof Magdeburg mit der Inschrift: "Hier verschwand ein Mensch. Deportation 1942-1944".Vor 80 Jahren, am 14. April 1942, ging von Magdeburg aus der erste Deportationszug mit etwa 1.000 Jüdinnen und Juden aus der Region Magdeburg-Anhalt in das Warschauer Ghetto. Bis Januar 1944 sollten sechs weitere Züge nach Theresienstadt und Auschwitz folgen.

Das Bündnis gegen Rechts, der Förderverein Neue Synagoge und das Forum Gestaltung laden zum Gedenken ein – am Vorabend des 80. Jahrestags der ersten Deportation am Mittwoch, den 13. April 2022, um 17 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof. Die musikalische Umrahmung übernimmt Martin Müller. Zum Infektionsschutz bitten wir die Teilnehmenden um die Nutzung einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung und die Wahrung des Mindestabstandes.

Im Anschluss an das Gedenken (ca. 18.30 Uhr) wird im Forum Gestaltung (Brandenburger Straße 9-10) der Dokumentarfilm „Nacht und Nebel“ (Frankreich 1955, Regie: Alain Resnais. Mit Texten von Jean Cayrol/Paul Celan. Musik von Hanns Eisler).

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Jahresbilanz unserer Mobilen Opferberatung 2021

Statistische Grafiken zur Jahresbilanz 2021 der Mobilen OpferberatungRechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Sachsen-Anhalt auf hohem Niveau des Vorjahres

156 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit 213 direkt Betroffenen hat unsere Mobile Opferberatung für das Jahr 2021 in Sachsen-Anhalt registriert. Damit wurden alle zwei bis drei Tage Menschen angegriffen und zum Teil erheblich verletzt, weil sie als nicht zugehörig, von vermeintlich geltenden Normen abweichend, unerwünscht und minderwertig angesehen wurden. Zudem ist weiterhin von einer hohen Anzahl nicht angezeigter und auch der Mobilen Opferberatung nicht bekannt gewordener, politisch rechts motivierter Angriffe auszugehen, die bislang in keiner Statistik auftauchen.

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Es dürfen keine Doppelstrukturen entstehen

Pressemitteilung unseres Bundesverbands Mobile Beratung zum angekündigten Aktionsplan gegen Rechtsextremismus

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat einen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus mit zehn Maßnahmen vorgelegt. Geplant ist unter anderem, Rechtsextreme schneller aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen und Menschen im Umgang mit Verschwörungserzählungen zu unterstützen. Der Bundesverband Mobile Beratung (BMB) begrüßt die Initiative, warnt aber davor, Doppelstrukturen zu schaffen.

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#Bildungshappen. Folge 10: Antifeminismus

Warum Antifeminismus und Rechtsextremismus zusammen besprochen werden müssen

#Bildungshappen. Folge 10. HinweisgrafikAntifeminismus ist ein zentrales Ideologieelement der extremen Rechten, das auch den Rechtsterroristen des Anschlags am 9. Oktober in Halle angetrieben hat. Folge 10 unseres Podcast widmet sich den Zusammenhängen zwischen Antifeminismus von Rechtsextremismus. Hierzu haben wir mit unserer Referentin Lena Lehmann von der Kompetenzstelle Eltern und Rechtsextremismus gesprochen. Wir erläutern u.a., warum die extreme Rechte ein Problem mit emanzipierten Frauen hat und informieren über die verschiedenen antifeministischen Strömungen. Die feministische Bewegung wurde aktuell auch immer wieder von Personen angegriffen, die sich als solche verstehen, aber sich offen LGBTQI+-feindlich und rassistisch äußern. Auch hierauf nehmen wir Bezug: Es braucht die Solidarität zwischen Feminist*innen mit oftmals unterschiedlichen Lesarten und Erklärungsansätzen. Und es ist notwendig, Antirassismus, Antifaschismus und Feminismus zusammenzudenken.

#Bildungshappen. Folge 09: Naturschutz ist Heimatschutz?

Die extreme Rechte und die Ökologie

Titelbild: Bildungshappen Folge 9Von jeher widmen sich Akteur*innen der extremen Rechten dem Thema Umweltschutz – als Heimatschutz, aufgeladen mit völkischen und antisemitischen Ideen. Aktuell finden Öko-Rechte vor allem in Zusammenhang mit der Anastasia-Bewegung oder völkischen Siedlungsprojekten öffentliche Beachtung. Auf den ersten Blick wirken sie harmlos; im Hippie-Outfit und im eigenen Gemüsegarten geben sie sich als ökologisch bewusste Nachbar*innen. Über die ideologischen Hintergründe rechtsextremer Naturschutzbewegungen und deren Gefahr für eine demokratische Gesellschaft haben wir in der neunten Folge unseres Podcasts mit Jonas Duhme, Fachreferent zum Thema Rechtsextremismus und Ökologie, gesprochen.

Wir erinnern an die ermordeten Sint*izze und Rom*nja aus Magdeburg

Gedenkstele für die ermordeten Sinti und Roma aus Magdeburg

Am 1. März 2022 jährt sich zum 79. Mal die Deportation der Sint*izze und Rom*nja aus dem „Zigeunerlager“ am Holzweg/Silberberg in Magdeburg nach Auschwitz. Dort wurden 340 von ihnen – Kinder, Frauen und Männer – ermordet. Ihrer möchten das BgR Magdeburg und Miteinander e.V. zusammen mit der Stadtbibliothek an diesem Tag gedenken:

              • 16.00 Uhr | Gedenkkundgebung | Namensstele am Florapark
              • 17.00 Uhr | Filmvorführung: „Was mit Unku geschah“ | Stadtteilbibliothek Florapark
              • 19.30 Uhr | Kommentierte Lesung: Die Stadt Magdeburg und die Verfolgung der Sint*izze und Rom*nja im Nationalsozialismus | Zentralbibliothek

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Wir gedenken der Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau

Plakat zum zweiten Jahrestags der rassistischen Morde in Hanau am 19. Februar 2022Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu: Das sind die Namen jener Menschen, die am 19. Februar 2020 in Hanau ermordet worden sind. Menschenhass und Rassismus waren die Motive des Täters. Zum zweiten Jahrestag der rechtsterroristischen Morde gedenken wir der Opfer und rufen zur Teilnahme an den Gedenkkundgebung des Antirassistischen Netzwerks Sachsen-Anhalt am 19. Februar 2022 um 15.30 Uhr am Steintor in Halle (Saale) auf.

Wir schließen uns den Forderungen der Initiative 19. Februar nach angemessener Erinnerung, sozialer Gerechtigkeit für die Betroffenen, lückenloser Aufklärung und politischen Konsequenzen an.

Gemeinsam wollen wir der Opfer gedenken, den Betroffenen zuhören und daran erinnern: Rassismus tötet. Gemeinsam wollen wir dafür kämpfen, dass dieser Satz morgen nur noch Geschichte ist.