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11.10.2012

Zur Debatte um Ursachen des Rechtsextremismus in den neuen Ländern

Miteinander e.V. widerspricht Haseloff und verweist auf die ostdeutsche Verantwortung

Miteinander e.V. hat der Einschätzung des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt widersprochen, nach welcher es sich bei der Entwicklung des Rechtsextremismus in Ostdeutschland um ein aus dem Westen importiertes
Problem handle. "Das ist eine verkürzte Darstellung, die so in die Irre führt", so
Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins am Donnerstag in Magdeburg.

"Die Eskalation rechter Gewalt in den neuen Ländern nach 1990 hat verschiedene Ursachen. Diese liegen zuallererst in der ostdeutschen Gesellschaft. Rassistische Positionen in der Bevölkerung und der Politik trafen auf gewaltbereite Neonazis und staatliche Ignoranz. Lange Zeit wurde der grassierende Rechtsextremismus bagatellisiert. Zwar spielte der Einfluss westdeutscher Neonazikader für die Formierung des Rechtsextremismus im Osten eine gewisse Rolle. Doch die Dynamik der Szene ist hausgemacht und keineswegs importiert."

In diesem Zusammenhang forderte Begrich erneut eine gesellschaftliche Debatte
zur Neubewertung des Rechtsextremismus der 1990er Jahre. "Dieses Jahrzehnt exzessiver neonazistischer Gewalt bedarf im Lichte des NSU-Terrors der öffentlichen Aufarbeitung. Hier ist ostdeutsche Selbstkritik gefragt und nicht die Schuldzuweisung an westdeutsche Neonazis."

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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