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24.09.2012

Neonazis und Bürger_innen demonstrieren in Insel Hand in Hand

Miteinander e.V. ruft Zivilgesellschaft zu eindeutiger Positionierung gegen Neonazis auf

Am vergangenen Freitag demonstrierten etwa 50 Neonazis gemeinsam mit Bürger_innen aus Insel und Umgebung gegen zwei ehemalige Sexualstraftäter, die seit Juli letzten Jahres in Insel wohnen. Dabei kam es nach der Rede eines bekannten Funktionärs der Jungen Nationaldemokraten zu offenen Zustimmungsbekundungen durch die Bürger_innen. Im Anschluss lud eine Inseler Bürgerin die anwesenden Rechtsextremen auf eine geplante Kundgebung in Insel am kommenden Freitag ein. Darüber hinaus wurde die Teilnahme von Einwohner_innen aus Insel am Neonazi-Aufmarsch in Stendal am 29. September angekündigt.

„Die erneute gemeinsame Versammlung von Neonazis und Bürger_innen aus Insel zeigt, dass sich an der problematischen Konstellation vor Ort offenbar nichts geändert hat“, so Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins Miteinander. „Die lokalen und überregionalen politischen Verantwortlichen haben zu wenig dafür getan, die Situation in Insel auf den Boden einer demokratischen Auseinandersetzung zurückzuführen. Gleichzeitig sehen sich jene, die sich für ein Recht auf Resozialisierung der beiden Männer einsetzen, nach wie vor massiven Anfeindungen ausgesetzt.“ so Begrich weiter.

Für Samstag den 29.09.2012 wurde aus dem Spektrum der NPD und den sog. Freien Kräften eine Demonstration durch Stendal angekündigt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen in Insel ruft Miteinander e.V. die Bevölkerung dazu auf, sich an den Aktivitäten gegen den Neonazi-Aufmarsch zu beteiligen.

Zum Hintergrund

Nach dem Zuzug von zwei ehemaligen Sexualstraftätern im Juli 2011 forderten Einwohner_innen aus Insel wiederholt auf Kundgebungen den Wegzug der beiden Männer. Ab Mitte September 2011 riefen auch neonazistische Gruppen zu Protesten in Insel auf. Seitdem kam es immer wieder zu einer Interaktion zwischen den Protestorganisator_innen vor Ort und Neonazis. Dabei nahmen Einwohner_innen entweder an rechtsextremen Kundgebungen teil oder hießen Neonazis auf ihren Aktionen willkommen.

Erst nach der offenen Beteiligung von Neonazis an den Demonstrationen reagierte die Landesregierung und versprach sich für einen Wegzug der Männer aus Insel einzusetzen. Das Grundgesetz (GG Art. 11) garantiert hingegen für alle Menschen das Grundrecht auf freie Wohnortwahl.

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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