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03.06.2012

Nach den Ausschreitungen von Einwohnern und Neonazis in Insel:

Miteinander e.V. sieht neue Stufe der Eskalation

Miteinander e.V. hat die Ausschreitungen am vergangenen Freitagabend in Insel scharf kritisiert. „Die Ereignisse stellen eine neue Stufe der Eskalation dar“, so Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins am Sonntag in Magdeburg. „Was sich in Insel abspielt, erinnert an Szenen der Menschenjagd und ist völlig inakzeptabel.“ Begrich erinnerte in diesem Zusammenhang an die eskalierende Rolle von Organisatoren der Proteste und hinzukommenden Neonazis in dem Konflikt. „Wenn, wie am Freitag offenkundig geschehen, Anwohner und Neonazis zusammen versuchen, das Haus der betroffenen ehemaligen Straftäter zu stürmen, ist dies ein Akt der Selbstjustiz, der nicht hingenommen werden darf.“

„Jetzt braucht es ein deutliches Zeichen, dass das Recht auf Sicherheit und Unversehrtheit des Lebens ohne Ausnahme für alle Bürgerinnen und Bürger gilt.“ Zugleich fordert Begrich zur Solidarität nicht nur mit den Betroffenen der Ausschreitungen auf, sondern auch mit jenen Bewohnern von Insel, die bereits in der Vergangenheit mutig für den Schutz der beiden Männer eintraten.

Für kommenden Freitag hat die NPD zu einer Demonstration in Insel aufgerufen. Miteinander e.V. befürchtet dabei erneut ein gemeinsames Auftreten von protestierenden Bewohnern und Neonazis. „Politik und Gesellschaft sollten gemeinsam prüfen, wie einer weiteren Eskalation vor Ort Einhalt geboten werden kann.“

Zum Hintergrund

Nicht zum ersten Mal hatten sich am Freitag Neonazis an den Protesten in Insel beteiligt. In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu einer Interaktion zwischen den Protestorganisatoren vor Ort und Neonazis aus der Altmark gekommen. Bereits im September 2011 beteiligten sich Angehörige der rechtsextremen Szene mehrfach an den Protesten und forderten gemeinsam mit Bewohnern den sofortigen Wegzug der beiden Betroffenen aus Insel. Mitte Oktober hatten Neonazis unter der Überschrift „Es gibt kein ruhiges Hinterland für Vergewaltiger“ überregional zur Teilnahme an den Protestkundgebungen aufgerufen.

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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