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09.01.2012

Märtyrerstadt Magdeburg?

Podiumsgespräch am 12. Januar 2012 in der Stadtbibliothek Magdeburg über Erinnerung an den Luftkrieg und die NS-Zeit

Die Zerstörung weiter Teile der Magdeburger Innenstadt im Zuge des alliierten Luftkrieges gegen Nazi-Deutschland am 16. Januar 1945 gehört zu den einschneidenden Ereignissen der städtischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Im Vorfeld des Jahrestages der verheerenden Bombennacht sowie der kommenden „4. Meile der Demokratie“ lädt daher die Stadtbibliothek Magdeburg gemeinsam mit dem Verein Miteinander zu einem öffentlichen Podiumsgespräch am 12. Januar um 19:30 Uhr in die Zentralbibliothek am Breiten Weg ein. Unter dem Titel „Märtyrerstadt Magdeburg?“ wird dann die lokale Erinnerung an den Luftkrieg und die NS-Zeit im Blickpunkt stehen.

Auf dem Podium werden neben dem Moderator Dr. Justus H. Ulbricht (Otto-von-Guericke-Universität) Pascal Begrich, Geschäftsführer von Miteinander e.V. sowie Dr. Tobias v. Elsner (Kulturhistorisches Museum Magdeburg) zu Gast sein. Dr. v. Elsner betreut als wissenschaftlicher Leiter die im Aufbau befindliche Dauerausstellung zur Stadtgeschichte „Magdeburg - Die Geschichte der Stadt von den Anfängen bis heute“. Dr. Ulbricht leitet seit Sommer letzten Jahres die Forschungsstelle Moderne Regionalgeschichte in Magdeburg.

Das Gedenken an die verheerenden Zerstörungen mit mehr als 2.000 Todesopfern setzte unmittelbar nach Kriegsende ein, im Laufe der Jahrzehnte wurden jedoch deutlich unterschiedliche Akzente gesetzt. So betonte man in den Jahren des Kalten Krieges etwa die Zerstörungswut „anglo-amerikanischer Bomber“ und kolportierte entgegen genauerer historischer Erkenntnis eine möglichst hohe Zahl ziviler Opfer, um das Feindbild gegen den Gegner auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs zu schüren. 1995 trug dann anlässlich des 50. Jahrestages der Zerstörung eine umfassende, faktenbasierte Ausstellung zur Aufklärung bei. Immer wieder wurden die Geschehnisse aber auch mit dem „Opfergang“ des protestantischen Magdeburgs 1631 parallel gesetzt. Ähnlich wie in Dresden nutzen schließlich in der Gegenwart Rechtsextreme seit mehr als einem Jahrzehnt das Datum 16. Januar 1945, um geschichtsverfälschende Deutungen und Parolen zu verbreiten.

Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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