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10.08.2011

Nach der Beteiligung an den Protesten gegen einen Nazi-Aufmarsch am 19.02. in Dresden:

Sächsische Polizei durchsucht Räumlichkeiten der Jungen Gemeinde in Jena-Stadtmitte

Im Zusammenhang mit Ausschreitungen wegen eines geplanten Neonazi-Aufmarsches am 19. Februar in Dresden fand am frühen Mittwochmorgen eine Razzia in den Räumlichkeiten der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte statt. David Begrich, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V., kommentierte das unglaubliche Vorgehen gegen engagierte Demokrat_innen für Radio Corax in Halle:

„Eines muss man den Dresdner Ermittlern lassen: Sie haben ein Gespür für bildhafte Inszenierungen mit historischem Bezug. Die bisher verfügbaren Bilder der in den frühen Morgenstunden in Jena begonnenen Durchsuchung der Räume der evangelischen Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte erinnern an das Vorgehen der DDR-Sicherheitsorgane gegen die kirchlichen Gruppen der DDR-Opposition der Jahre 1953, 1976, 1983 und 1987/88. Wie damals halten Polizisten den Zugang zur kirchlichen Räumen versperrt, Zeugen – auch Landtagsabgeordnete – sind nicht zugelassen. Die Vorwürfe sind infam, dumm, absurd und ungeheuerlich. Ausgerechnet Pfarrer Lothar König soll an der Vorbereitung und/oder Durchführung von Straftaten im Kontext der Proteste gegen den Dresdner Naziaufmarsch im Februar beteiligt sein? Jener Pfarrer König also, der sich seit mehr als zwanzig Jahren gegen Rassismus und Neonazismus engagiert, selbst in Zeiten als andere weggesehen haben? Jener Pfarrer König, der zu den führenden Aktivisten der DDR Opposition gehörte, gegen die Ausbürgerung Biermanns ebenso protestierte wie gegen die Militarisierung der DDR, und der non-konforme, oppositionelle Jugendliche unterstütze? Die Dresdner Ermittler haben offenkundig bei ihrem Vorgehen jedes Maß verloren. Nicht nur dass massenweise Handydaten präventiv erhoben und Protestierende öffentlich unter Generalverdacht gestellt wurden. Nun gehen die sächsischen Behörden in bester DDR-Manier gegen einen unbequemen Pfarrer vor, der sich ein in der Demokratie eigentlich selbstverständliches Recht herausnimmt: Das Recht des Engagements für diese Demokratie. Angesichts der Haus-, nein, Heimsuchung der "Sicherheitsorgane" der Bundesrepublik ist es Zeit, den sächsischen Behörden eine zeitgeschichtlich wohlbegründete und demokratische Antwort zu geben.“

Miteinander e.V.

Der gemeinnützige Verein Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ein. Wir arbeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen. Ein besonderes Anliegen ist uns die Stärkung demokratischer Akteur/innen der Zivilgesellschaft und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

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